Wie man eine eigene Webadresse bekommt

Kürzlich wurde ich mal wieder gefragt, wie man eigentlich an eine eigene Webadresse und/oder Webseite kommt. Daher wollte ich das mal kurz erläutern: im Grunde ist es sehr einfach, man kontaktiert jemanden, der Webadressen vermietet, sucht eine freie Adresse und mietet diese dann von dem Anbieter. Die eigene Webadresse wird auch “eigene Domain” genannt – einfach gesagt, alles was nach dem http:// und vor Zeichen wie ? oder / kommt ist die Domain. Beispiel: in http://blog.blinker.net/2009/06/05/creating-twitter-this-links/ ist blog.blinker.net die Domain. Der Punkt (“.”) bewirkt dabei eine Hierarchie von Domains, also ist blog.blinker.net eine Subdomain von blinker.net und blinker.net eine subdomain von net. Die letzte Subdomain (in diesem fall .net) wird auch Top-Level-Domain (TLD) genannt. Man sollte darauf achten, eine Domain direkt unterhalb einer TLD zu erwerben (d.h. der Name sollte keinen Punkt enthalten und mit einer bekannten TLD wie .de oder .com enden).

In Deutschland sind die grössten Anbieter für eigene Webseiten vermutlich 1und1 und Strato, zumindest waren sie das noch vor einiger Zeit. Allerdings sind diese auch relativ teuer, und auf den ersten Blick wirken sie relativ unübersichtlich für mich. Freunde von mir haben gute Erfahrungen mit all-incl.com gemacht, über andere Anbieter kann ich nichts sagen. Es gibt Vergleichsseiten hierzu. Ich selbst registriere Domains meistens über schlundtech.com das geht aber nur, weil ich einen eigenen Server habe. Soweit ich weiss gehört Schlundtech auch zu 1und1, die Preise für die Domains sind aber geringer da Schlundtech kein Hosting macht.

All diese Anbieter stellen zusammen mit der Webadresse auch EMail-Postfächer zur Verfügung, mit einer Anleitung wie diese zu nutzen sind. Will man weiter seinen GMX- oder sonstwas Account nutzen, kann man in der Regel auch seinen Web-Email-Anbieter entsprechend konfigurieren. Wie ich gerade sehe, kann man sogar bei GMX direkt Domain-Namen kaufen – möglicherweise der einfachste Weg für Einsteiger, die ihr Email-Konto ohnehin schon bei GMX haben. Die meisten anderen Email-Anbieter dürften ähnliche Angebote haben.

Eine Möglicherweise interessante Alternative könnte wordpress sein. Dort kann man auch Webadressen registrieren, und erhält dazu ein WordPress Blog. Dies dürfte in der Regel wesentlich sinnvoller sein als die üblichen Webbaukästen für kleine Webseiten, die man bei anderen Anbietern erhält.

Bleibt der Frage nach dem Namen. Zunächst ist anzumerken dass nicht jeder Anbieter alle TLDs (.com, .eu, .de, .it,…) anbietet. Selbst wenn man eine ungewöhnliche TLD will, empfehle ich aber dringend, dazu auch die passende .de und .com-Adresse zu registrieren. Zum einen sind Anwender teilweise etwas stur und verwenden einfach .de oder .com, egal wie die Adresse lautet (also man sagt ihnen “blubbern.tv” und sie tippen trotzdem “blubbern.de”). Zum anderen nutzen viele Anwender den Browser so, dass sie anstelle der vollständigen URL (Webadresse) nur den Eigennamen in die Adressezeile des Browsers eingeben (also sie tippen “blubbern” anstelle von “blubbern.tv”). Viele Browser ergänzen den Namen dann automatisch mit .com, also sollte man die .com-Adresse auch halten. Man kann die Adressen dann alle so Umleiten, dass sie auf eine Hauptadresse verweisen, bzw. die Email-Adressen entsprechend Umleiten (siehe dazu jeweils die Anleitung des Anbieters).

Fällt einem partout kein freier Name mehr ein, kann vielleicht ein Dienst wie pickydomains.com abhilfe schaffen. Für 50$ kann man sich dort Vorschläge machen lassen, es funktioniert ziemlich gut (allerdings habe ich es noch nicht für rein deutsche Namen probiert). Die 50$ werden nur fällig, wenn ein zufriedenstellender Name gefunden wird.

Eine weitere Ergänzung zu den Namen: besteht der Name aus mehreren Wörtern, sollte man die Leerzeichen entweder weglassen (meinlangername.com) oder durch Bindestriche ersetzen (mein-langer-name.com). Zwangsläufig werden die Anwender beide Variationen verwenden (evtl. auch mein_langer_name.com), so dass man möglicherweise beide Variationen registrieren sollte. Gross- und Kleinschreibung spielt hingegen keine Rolle.

Vermeiden sollte man Umlaute (äöü) und sonstige Sonderzeichen (auch ß). Namen mit Zeichen die nicht aus dem ASCII-Zeichensatz stammen funktionieren eventuell nicht überall zuverlässig – jedenfalls sollte man sich darüber genau informieren, ehe man solche Namen registriert (ich kenne mich da ehrlich gesagt nicht so aus). Auf jeden Fall hätten ausländische Nutzer Probleme mit solchen Namen, da sie die entsprechenden Zeichen nicht auf der Tastatur haben.

Ich hoffe dieser Artikel hilft ein bisschen weiter. Ich sehe schon, dass ich nicht alle Details erschöpfend erklären kann. Das wichtigste ist einfach zu einem der Anbieter zu gehen (z.B. all-inkl), von dort aus sollten dann auch die Hilfeseiten des Anbieters oder dessen Support weiterhelfen können.

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One Response to Wie man eine eigene Webadresse bekommt

  1. Oliver ten Hoevel says:

    Sehr schöne Einführung in die Thematik!

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